Wind um die Nase wehen lassen - aber wie?

Bau einer Cabriohaube für unsere Ka 6 D-5245 (1.Teil)
Ein Bericht von Thomas Gerlach

Vor einigen Jahren hatte ich die Chance die Radevormwalder Ka 6 mit der von Jens gebauten Cabriohaube zu fliegen. Das war ein großer Spass; nicht nur wegen des Oldtimerfeelings. Das Gefühl der Feuchte an der Basis, die Geräusche, die offene Sicht – all das triggerte den Wunsch auch für eine unserer Maschinen offenes Fliegen zu ermöglichen. Als nun genügend Zeit zur Verfügung stand und auch noch die Ka 6 durch einen glücklichen Zustand neu lackiert wird (Danke an das Team!), bin ich auf Dirk als Werkstattleiter zugegangen und wir haben das Projekt besprochen und mit dem Prüfer abgeklärt. 

Holzleisten, Harz und Sperrholz waren schnell besorgt und so ging es Anfang Januar los, als die Maschine wegen Corona länger grundiert in der Werkstatt stand. Corona-konform habe ich das alleine angegangen.

Stück für Stück wurde an der Maschine überlegt und angepasst, da es keine Pläne dafür gibt und eh jedes Holzflugzeug immer ein wenig andere Masse hat. Die Positionen der Beschläge ergeben sich aus den entsprechenden Teilen im Rumpf und so wurde der äußere Rahmen quasi um diese Beschläge und den Haubenverschluss herum ausgerichtet. Eine der großen Herausforderungen war die Rahmenkontur und die Form der geplanten Plexischeibe (Teil einer Pexihalbkugel, die zum Schutz von Webcams genutzt werden) geschickt zusammenzubringen ohne hinterher große Stufen und Kanten zu haben. Mit Papp-Schablonen und einigen Versuchen hoffe ich eine gute Lösung gefunden zu haben. Das wird sich später zeigen, wenn die Beplankung angebracht ist. Aber so weit sind wir noch nicht….
Ich mag den Geruch in der Werkstatt nach frisch geschliffenem Holz, Harz und den Geruch der Mechanik und des Motors der SR. In der Ruhe, zweitweise in tiefem Schnee und mit einer kleinen Unterbrechung durch die 15km Regel während besonders hoher Inzidenzzahlen, ging es langsam aber stetig vorwärts.

Zurzeit ist der Rohbau recht weit gediehen und die Beplankung steht an. Auf dem Bild sieht man auch den aus Sperrholzstreifen laminierten Rahmen, an den die Plexischeibe später geschraubt werden wird. Da die Maschine nun Ende Januar zur Lackierung anstand, finden die meisten Restarbeiten jetzt im Keller statt. Hier sieht man das Anpassen der Sperrholztafeln zur Markierung der zu schäftenden Stellen. Danke schon einmal an dieser Stelle an Max, der die Schweiss- und Dreharbeiten der Beschläge gemacht hat und an Dirk, der mit Rat und Tat und ein paar Teilen aus seinem privaten Fundus geholfen hat. Wenn die Haube fertig wird, schreibe ich noch eine Fortsetzung, wie der Rest so gelaufen ist.